Analogue Audio Association

Verein zur Erhaltung und Förderung der analogen Musikaufnahme und -wiedergabe e.V.

2008

Analog-Forum Eschborn 2008

Am 1. und 2. März diesen Jahres trafen sich erneut Analog-Liebhaber aus halb Europa in Eschborn bei Frankfurt, um der Vielfalt der analogen Musikwiedergabe zu lauschen. Wie schon einmal spielte auch dieses Mal das Wetter verrückt. Zwar brachte kein Schneechaos den Verkehr zum erliegen, dafür fegte Sturmtief Emma übers Land. Trotzdem kamen am diesem Wochenende knapp 600 analog interessierte Besucher ins Hotel Mercure.

Die AAA präsentierte wieder einmal einen interessanten Mix aus bekannten Herstellern und kleinen Manufakturen sowie eine Reihe hochinteressanter Workshops.

Im Eingangsbereich empfing ein freundliches Team die Besucher, stand Rede und Antwort zu allen Fragen nach Ausstellern, Veranstaltungen, und der AAA. Diese präsentierte und verkaufte im Foyer ihre zahlreichen Produkte. Wie immer bekamen die (begeleitenden) Damen eine Blume als Geschenk mit auf den Weg und die Kinder konnten Schallplatten-Innenhüllen mit Buntstiften gestalten.

Im nördlichen Hotelflügel führte Peter Steinfadt von der Frankfurter Hörgesellschaft eine interessante Mischung aus Röhrenverstärkern und Breitbändern vor, die in dieser Kombination wohl selten zu hören ist. Wahrscheinlich nicht immer jedermanns Geschmack, aber wenn es passt, dann passt es richtig. Getrennt durch die Hotelaufzüge und die Räume eines Autovermieters präsentierte Alexander Voigt von Voigt Audiosysteme eine komplette Audio Note Kette und das, als Deutschlandpremiere, mit dem neuen Top-Laufwerk. Das dürfte sicherlich die teuerste Anlage der Messe gewesen sein, brachte die typischen Qualitäten der Marke aber auf ein neues Niveau. Zwei Zimmer weiter stellte Michael Stolz sein neues Musical Life Laufwerk an einem Open-Baffle-Lautsprecher vor, ergänzt um einen Subwoofer von Audio Circle. Bei nicht zu basslastiger Musik spielte die Musik in diesem kleinen Raum einfach wunderbar. Zwischen diesen beiden Räumen gab es eine Präsentation der besonderen Art. Drei AAA-Mitglieder hatten diverse Vintage-Gerätschaften zusammengestellt und spielten neben konventionellen Platten auch solche mit CX-Kodierung ab und legten auch mal Monoplatten auf. Das erlebt man nicht alle Tage. Gerade die Dynamik der CX-Platten war schon brachial. Gegenüber hatte Dieter Mallach die Röhrenpreziosen seiner Firma Mal Valve vorgeführt. Über den zugehörigen Flächenstrahler abgehört hatte das eine Faszination, der man sich nicht entziehen konnte und auch nicht sollte. Im südlichen Hotelflügel reihten sich die großen Vorführräume aneinander. Ein Raum war komplett dem renommierten britischen Vollsortimenter Roksan vorbehalten. Trotz der vergleichsweise kleinen Lautsprecher füllte die Musik, vorgeführt von Touraj Moghaddam und Alan Coleman, in beeindruckend ganzheitlicher Art den großen Raum und machte Lust auf mehr. Nebenan teilten sich RMS-Audio mit einem Musical Life-Laufwerk sowie die Firmen Dr. Feickert Analogue/Phio Audio/Trigon und WiSoSys den Raum. So unterschiedlich die Anlagen in Konzeption, Design und klanglicher Präferenz auch waren, so beherrschten sie doch beide die hohe Kunst Musik von Schallplatte als emotionales Erlebnis erfahrbar zu machen. Was will man mehr?

Wollte man erleben, mit was und wie Studioprofis so hören, so hatten die Besucher im Dialograum der AAA dazu Gelegenheit. Masterbänder, vorgestellt von Heinrich Schläfer vom Wiener Jazzlabel Quinton und die AAA-Kollegen Tom Schmitz und Norbert Bürger und abgespielt über Studio-Equipment von Funk und Bryston, abgehört über PMC-Lautsprecher – das hört man in der Tat sonst nirgends. Die mächtigen schwarzen Lautsprecher bekamen sehr schnell den Spitznamen“Männerlautsprecher“. So niedrig der Akzeptanzfaktor beim weiblichen Geschlecht auch war, so mächtig und kraftvoll spielten sie auf. Selbst mit Hifi-Equipment von Scheu, Lehmann und Sony mit Musiksignalen versorgt, kamen die Qualitäten der verschiedenen Tonträger voll zur Geltung.

Wie immer hatte das AAA-Team ein vielseitiges und interessantes Workshop-Programm zusammengestellt. Dieter Fricke brachte dem Publikum das nahe, um was es im Kern geht: die Lust Musik zu hören. Wie man die wertvollen Scheiben hegt und pflegt, dazu gab Sven Berkner wertvolle Tipps. Das Basiswissen rund um den Plattenspieler und allem, was an analoger Technik unmittelbar dazugehört, vermittelte Rudolf E. Zampa, der extra dafür aus Wien angereist war. Ebenfalls einen langen Weg hatte Dr. Roland Schmenner zurückgelegt. Der Berliner ist Experte für Beethoven und stellte verschiedene Interpretationen wichtiger Werke gegenüber. Dieses war aber nicht sein einziger Workshop. Mindestens ebenso interessant war der Einblick in die DJ-Szene, den er bot. Was da so alles zu hören ist und welche wichtige Bedeutung die DJs bei der Erhaltung unseres geliebten Vinyls spielten (und immer noch spielen), das war vielen Zuhörern sicherlich neu.

Doch was ist so eine Messe ohne die dazugehörigen Schallplatten? Die gab es im „Händlerdorf“ als Neuware bei Da Capo und gebraucht bei Andy´s Vinyl Paradies und Vidocq Music z kaufen. Auch stellte die Firma Klangmeister hier ihre Servicedienstleistungen rund um die Restaurierung und Optimierung von Lautsprechern vor. Ein paar neue Direkttriebler und Lautsprecher stellte Vidocq Music ebenfalls aus. Zu hören gibt es diese Geräte dann beim nächsten Analog-Forum in Krefeld bei Düsseldorf am 1. und 2. November diesen Jahres.

Mein herzlicher Dank geht an alle Aussteller, die Workshop-Referenten, sowie die zahlreichen aktiven AAA-Mitglieder und dabei besonders das eingespielte, engagierte Team der Rhein-Main Börsengruppe, die alle zusammen das 21. Analog-Forum zu einem erfolgreichen Event haben werden lassen.

Besonders bedanken möchte ich mich auch bei den Vorstandsmit-gliedern der AAA-Schweiz, die den langen Weg auf sich genommen haben, um uns zu besuchen. Ihnen hat das Wochenende in Eschborn viel Freude gemacht.

Auf ein Wiedersehen Anfang November in Krefeld.

Mit herzlichen Grüßen
Rainer Bergmann