Analogue Audio Association

Verein zur Erhaltung und Förderung der analogen Musikaufnahme und -wiedergabe e.V.

2006

Analog-Forum Eschborn 2006

Unbeeindruckt vom Schneechaos, das tags zuvor über die Frankfurter Region hereingebrochen war, fand das Analog Forum am Wochenende des 4. und 5. März 2006 im Hotel "Mercure", Eschborn-Ost nahe Frankfurt am Main statt. Wie ein Wunder beruhigte sich das Wetter, und so konnten sich rund 600 unentwegte Analogfans bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg nach Eschborn machen.


In 10 Räumen präsentierten 27 Austeller ihre 83 Marken und sorgten für ein reichhaltiges und vielfältiges Angebot analoger HiFi-Technik.

Livemusik erklang im Raum Altkönig. Es spielte das Duo Wolfgang Bernreuther (voc, g) und Rudi Bayer (b). Zum Vergleich gab es danach den gleichen Titel von der eigenen, in gleicher Besetzung aufgenommenen LP zu hören. Da bewahrheitete sich wieder die alte Binsenweisheit: Keine noch so gute High-End-Wiedergabekette kann Live-Musik entthronen.

Ein Highlight auf dem Analog Forum war der Workshop im Raum "Glaskopf". Thomas Woschnik von TW-ACUSTIC montierte an einem Raven-Laufwerk vier sehr unterschiedliche Tonarm-/ Tonabnehmer-Kombinationen, die an vier verschiedene Phono-Vorstufen angeschlossen waren. Der Andrang war groß, man musste sich förmlich in Wartelisten eintragen.
Ebenfalls im Raum Glaskopf stellte die Firma Scheu aus und zeigte ihre neuen Masse-Laufwerke. Ulla Scheu versicherte, dass "Scheu analog" trotz mancher Gerüchte weiter existiert und dass das gesamte Sortiment nach wie vor angeboten und der volle Service garantiert wird.

Im Raum "Kleiner Feldberg" gab es beeindruckende Vorführungen vom High-End Werk aus Bad Salzuflen, wo die Marken Brinkmann, Malvalve und Pro-Jekt ihr Domizil hatten. Die Röhrenverstärker von MalValve sind nicht nur Hingucker. In keiner anderen Verstärkerkonstruktion sind mehr Röhren verbaut als in den Geräten von Herrn Mallach aus Essen.


Da sage noch einer, im Plattenspielerbau gäbe es keine Innovationen. Weit gefehlt! Der junge Erfinder Michael Huber aus der Schweiz hat einen tangentialen Drehtonarm zur Serienreife entwickelt, den er "Thales" taufte. An einem Brinkmann-Laufwerk konnte der Thales zeigen, was er kann. Einfach genial!

Im Raum "Großer Feldberg" gab es Vinyl in Hülle und Fülle. Dort war "Treff" Jäger und Sammler in einer Person. Die AAA-Börsen-gruppe Rhein-Main mit Klaus Röder, Holger Trass und Harry Reminder hatten ihren LP-Bestand mitgebracht, den sie offensicht- lich mit Erfolg anboten. Die Vertriebsfirmen "Da capo" und "Audio Int'l", bereicherten das Angebot an Neuware beträchtlich.


Noch viel Interessantes und Diskussionswürdiges gab es zu sehen und zu hören. Darüber wird "analog aktuell 1/2006" ausführlich berichten.

Fazit


Viele Besucher nutzten die Möglichkeit, am Stand persönlich mit Entwicklern zu diskutieren. Da wurde so manche interessante Hintergrundinformation vermittelt.


Dass HiFi sich mehr und mehr in Richtung High-End entwickelt und damit in Preisregionen vorstößt, die für den "Normalbürger" einfach nicht mehr zugänglich sind, muss man leider als Tatsache konsta-tieren. Doch es gibt sie noch, die preiswerten, guten, musikalisch durchaus relevanten Geräte. Man sieht sie nur viel zu selten auf Messen, Ausstellungen und - leider auch - analog foren.

Die Räume...

Analog-Forum Düsseldorf 2006

Am 21. und 22. Oktober lud die Analogue Audio Association zum mittlerweile 18. analog forum ein. Dieses Mal ging es wieder nach Düsseldorf ins Novotel Süd, das sich bereits vor einem Jahr als ein ausgezeichneter Veranstaltungsort erwies. Insgesamt 34 Aussteller mit 89 Marken wollten zeigen, was die Analog-Technik zu bieten hat. Gut 1400 Besucher folgten der Einladung und ließen sich von einer wieder einmal sehr gelungenen Veranstaltung begeistern.

Neben der Möglichkeit, in 8 verschiedenen Hörräumen zahlreiche Stereoanlagen unterschiedlichster Preisklassen zu hören, bot sich dem Analogliebhaber zudem die Gelegenheit, an 5 verschiedenen Workshops teilzunehmen, die allesamt im Raum Reisholz stattfanden. Dabei reichte die Spannweite von der Vorstellung neuer Tonband-Produktionen der Firma Quinton über einen sehr interessanten Beitrag von Dieter Fricke über das strukturierte Hören und eine nicht minder spannende Demonstration zum Thema Raumakustik durch Thomas Fast bis hin zum Vergleich zwischen CD, SACD, DVD, LP und Tonband. Welch Wunder schnitten dabei die beiden letztgenannten Tonträger gar nicht einmal schlecht ab.

Abgerundet wurde das ganze durch eine von Reimund Gidde moderierte Podiumsdiskussion, an der neben Holger Barske ("LP"), Matthias Böde ("Stereo") und Dirk Sommer ("image hifi") auch Branko Glisovic als Geschäftsführer der High-End-Society, Rainer Bergmann als Vorstandsvorsitzender der AAA und Heinrich Schläfer vom Label "Quinton" teilnahmen. Thematisiert wurden unter anderem der aktuelle Stand und die Perspektiven der natürlichen Musikwiedergabe.

Schon fast eine Institution auf den analog foren stellen die fantastischen Live-Konzerte von Wolfgang Bernreuther (Gesang und Gitarre) und Rudi Bayer (Bass) dar. Das Konzert wurde direkt via Tonband mitgeschnitten und anschließend ein hochinteressanter Vergleich zum Original vorgeführt. Dabei präsentierten sich die beiden Country-Blues-Musiker nicht nur in hervorragender Spiellaune, Wolfgang Bernreuther wusste seine Kompositionen überdies mit sehr viel Charme und Witz vorzustellen. In einem späteren Gespräch mit dem Autor und Klaus von der Gathen, dem neuen Chefredakteur der "analog aktuell", outete sich Wolfgang Bernreuther noch als ausgewiesener Analog-Fan, der sehr großen Wert darauf legt, dass alle seine Alben auch auf Vinyl erscheinen. Unter Vertrag sind Wolfgang Bernreuther und Rudi Bayer übrigens bei Clearaudio, wo sie sich nach eigenen Aussagen sehr, sehr wohl fühlen. Man merkt es.

Zwar darf man nicht den Fehler begehen, ein analog forum mit seinen eigenen vier Wänden zu vergleichen, doch trotz mancher Widrigkeit gelang es den meisten Ausstellern, eine sehr entspannte und familiäre Atmosphäre zu erzeugen, die man so wohl auf kaum einer anderen Veranstaltung dieser Art vorfindet.

Neben den eigentlichen HiFi- und High-End-Komponenten werden mittlerweile auch zahlreiche analoge Zubehörartikel angeboten, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Galten vor einigen Jahren Dinge wie eine Plattenwaschmaschine oder gar ein Plattenbügler noch als völlig exotisch, so ist ihr Einsatz heutzutage kaum noch wegzudenken. Wer etwas auf sich und sein Hobby hält, der legt sich zumindest eine Plattenwaschmaschine zu, die die flachen Lieblinge nicht nur sauber macht, sondern auch noch klanglich deutlich nach vorne bringt. Wer es nicht glaubt, der sollte es einmal ausprobieren.

Was wäre ein analog forum ohne die nötige Software? Im Raum Angermund wurde der eigentlich unstillbare Durst von so Manchem nach Vinyl zumindest für das Wochenende befriedigt. Bei Firmen wie "Da capo", "Audio Int'l" oder "Andy's Vinyl-Paradies" konnte man seinem Verlangen nachgeben und sein Erspartes gegen schwarze Schätzchen tauschen, wovon übrigens nicht nur Rainer Bergmann Gebrauch machte. Darüber hinaus ergab sich hier auch die Möglichkeit eines Gesprächs mit den Redakteuren der Zeitschriften "image hifi" und "LP" sowie mit Mitarbeitern der Firmen "FAST Audio", "Axiss Europe" und "Clearlight Audio", um nur einige zu nennen.

Fazit

 

Das analog forum ist und bleibt eine Reise wert. Nicht nur, um - so man es denn noch nicht ist - die letzte Motivation für die Mitgliedschaft in der AAA zu erhalten, sondern auch, um sich ein Bild von dem aktuellen Stand der analogen Musikwiedergabe zu verschaffen und um zu erkennen, dass man da draußen nicht der einzige Verrückte ist. Denn "analog" macht einfach Spaß!

Nun wünsche ich uns allen eine schöne musikreiche Winterzeit. Wir sehen uns wieder im März des kommenden Jahres auf dem nächsten analog forum in Frankfurt.