Analogue Audio Association

Verein zur Erhaltung und Förderung der analogen Musikaufnahme und -wiedergabe e.V.

2005

Analog-Forum München 2005

Am historisch bedeutsamen Wochenende 1./2. Oktober 2005 fand das erste analog forum in der bayerischen Metropole statt. Oktoberfest, Nachwahl in Dresden, Nationalfeiertag am Montag - das alles bildete eine nicht ganz so günstige imaginäre Kulisse, und auch das Wetter machte schlechte Miene zum schönen Spiel: der Regen strömte, die Besucher nicht in gleichem Maße. Es wurde dennoch ein recht beachtlicher Event. 

Im NOVOTEL München-Perlach fanden sich acht günstig gelegene, gut geschnittene Räume, in denen die 24 Aussteller ihre 43 Marken präsentieren und im Rahmen von Workshops ausführlich vorführen konnten. 

Knapp 600 interessierte Besucher waren der Einladung gefolgt. Lebhaftes Interesse fand zunächst die reich ausgestattete Schallplattenbar. Von "Vinyl", dem "schwarzes Gold" geht noch immer eine magische Anziehungskraft aus. So manche wohlgefüllte Tüte verließ an der Hand eines beglückten Besitzers die (Aus-)Wahlstatt.

Dusan Klimos antike Plattenschätze von Editha Gruberova bis New Orleans zogen viele Hörer in ihren Bann. Über feinste DK-Röhrentechnik, vier Laufwerk-/Tonarm-/Tonabnehmer-Edelsteine und ein Paar leicht exotische LANSCHE-Lautsprecher fanden sie ihre klangliche Wiedergeburt in wechselnden Gestalten. Die vergleichende Vorführung verstärkte, differenzierte, vertiefte gewonnene Eindrücke. Manchen Ohrwurm wurde man danach kaum mehr los.

Einen weiteren attraktiven Höhepunkt dieser Tage bildete ein selten zu erlebender Workshop: Eine Ralley zwischen Studio-Tonbandmaschine (STUDER A820) und Vinyl-Edelpressungen. Dirk Sommer und Norbert Bürger demonstrierten im Verein mit DGG-Veteran Willem Makkee, welches faszinierende Klangpotential in den analogen Masterbändern steckt - und was davon in den Rillen einer sorgfältig gefertigten Vinylscheibe hängen bleibt. Ein unfairer Kampf, bei dem der Sieger von vornherein feststand. Dennoch erstaunlich, wie die schwarze Scheibe sich hielt, und einem direkten Vergleich mit dem Masterband braucht sich der "Normalhörer" im allgemeinen ja nicht auszusetzen. Auf jeden Fall ging es um eine Erfahrung, die zum Nachdenken anregte.

Mit einer weiteren Attraktion konnte Raum "Valentin" aufwarten: Räkes Plattenspieler-Kreationen aus hochglanzpolierten Alu-Kunstglas-Kombinaten paradierten, streng nach ihrem genealogischen Rang angetreten, tonlos und verließen sich ganz auf ihre aesthetische Erscheinung, die beim Publikum ihre Wirkung keineswegs verfehlte. Kein Besucher, der - in ihren Anblick vertieft - nicht heimlichen Besitzwunsch in seinen Augen aufblitzen ließ.

Noch viel Interessantes und Diskussionswürdiges gab es zu sehen und zu hören. Darüber wird analog aktuell in seiner nächsten Ausgabe berichten.

Alles in allem waren die Resumées von Ausstellern und Besuchern sehr positiv. Es gab Besucher, die bekannten, allen analog foren hinterher zu reisen, und auch mancher Aussteller hat zumindest neue und vielversprechende Kontakte knüpfen können. Allgemein wurde das großzügige Raumangebot gelobt und die freundliche Atmosphäre - und das nicht nur, weil Lilo jedem weiblichen Besucher (aber auch den Damen der Ausstellerschaft) Lilien und Gerberas in der orangenen Corporate-Farbe überreichte.


Die bayerische Kulturfestung würde nicht im ersten Ansturm fallen - das konnte man voraussehen. Aber ein Gästebucheintrag, der da lautete: "Endlich gibt es so etwas auch in München zu sehen und zu hören - weiter so" sollte der Vereinsleitung zu denken geben. "Auf Wiedersehen München" - so lautet denn auch das abschließende Wort.

Räume...