Analogue Audio Association

Verein zur Erhaltung und Förderung der analogen Musikaufnahme und -wiedergabe e.V.

2003

Analog-Forum Hamburg 2003

Messebericht

 

von Rainer Bergmann und Ansgar Hecker

Nachdem am Freitag die Händler und Vertriebe die Anlagen aufgebaut und getestet haben, beginnt am Samstagmorgen um 10 Uhr das lange erwartete Spektakel.


Kurz vor dem offiziellen Beginn tröpfeln bereits die ersten Besucher ins Foyer des Novotel Hamburg Airport und umlagern den mit Infomaterial und Schallplatten bestens bestückten AAA-Stand. Auch die Clearaudio Matrix Plattenwaschmaschine bekommt Arbeit, die im Laufe des Tages noch zunimmt. Den ganzen Tag über herrscht hier ein ständiges Kommen und Gehen. Gespräche werden geführt, Platten und Hefte gekauft, man tauscht Tipps und Erfahrungen aus, und ein paar neue Mitglieder können geworben werden.


In den Räumen "Lessing" (bis 2500 Euro) und "Lichtwark" (bis 7500 Euro) führen abwechselnd verschiedene Vereinsmitglieder und Firmen-/Vertriebsmitarbeiter vor.


Die Anlagen im Raum "Lessing" klingen zu Anfang noch nicht optimal, aber das wurde nach einer kleinen Optimierungsmaßnahme besser. Auch einer der zu Anfang unter seinen Möglichkeiten spielenden Plattenspieler klang nach Austausch der Phonostufe deutlich besser. So unterschiedlich die vorgestellten Plattenspieler (Thorens TD 850, Rega P3, VPI Scout, Holborne 2) auch sind, sie legen die Messlatte schon ziemlich hoch, und machen, jeder auf seine Art, wunderbar Musik. Ist halt alles auch Geschmackssache.


Im Raum "Lichtwark" (Bluenote Villa, Scheu Premier II, Acoustik Solid small royal, VPI Aries 2) war dann das Niveau doch schon höher. Hier war zudem die Akustik deutlich besser. Nachdem am Sonntagmorgen noch ein bisschen optimiert wurde, erklangen die vorgestellten Plattenspieler auf einem absolut begeisterndem Niveau.

Im Raum "Brahms" waren mit den großen Laufwerken von Simon Yorke Design und Phonosophie dann die Möglichkeiten ausgereizt. Analoge Musikwiedergabe auf einem Niveau, das sprachlos machte. Hier ließen sich die "Chefs", Christian Isenberg und Ingo Hansen, die Sache dann nicht mehr aus der Hand nehmen und führten selber vor. Trotz des Topniveaus hatte jeder der beiden Plattenspieler seine Eigenheiten, und jeder Zuhörer konnte seinem persönlichen Geschmack entsprechend glücklich werden.


Im Raum "Ballin" war dann eine komplette Brinkmann-Kette aufgebaut. Vielen Zuhörern gefiel hier die wunderbar spannende und zugleich entspannende Musikreproduktion. Hier zeigte sich, daß eine fein aufeinander abgestimmte Anlage eines einzelnen Herstellers etwas ganz Tolles sein kann. Das Wort Synergieeffekte kommt einem da in den Sinn.


Eine Kette eines einzelnen Herstellers (bis auf die Kabel, die der vorstellende Händler, Herr Stadthaus, selbst entworfen hat), nämlich Linn, spielte im Raum "Laesiz". Dennoch war hier der Schwerpunkt anders gelagert. An einer Top-Kette spielten 3 Linn LP12 mit verschiedenen Tonabnehmern, davon ein Mono-Abtaster. Herr Stadthaus erklärte dabei in seiner unnachahmlichen Weise technische und musikalische Details, erläuterte physikalische Grundlagen und begeisterte sein Publikum.


Ein besonderer Höhepunkt schließlich waren die Vorführungen von Ü-Kopien originaler Masterbänder auf einer Nagra-Bandmaschine durch Otto Braun, einer lebenden Legende. Hat der doch mitgewirkt an der Entwicklung des legendären Ionenhochtöners. Was für eine Klangfülle! Da kommt man doch ins Grübeln, was während des Produktionsprozesses so alles verloren geht. Immer wieder lauschte das Publikum gebannt den Ausführungen Otto Brauns zu Aufnahmedetails, Anekdoten und was er sonst noch so an Interessantem aus seinem langen Leben zu erzählen hatte. Wenn man bedenkt, dass er als gelernter Kaufmann sich alles selbst beigebracht hat, zwar mit Hilfe von musikalisch und technisch geschulten Menschen, aber ganz ohne Ausbildung wie sie ein Toningenieur oder Tonmeister absolviert, ist das schon extrem beeindruckend. Hochachtung dafür! Und unseren Dank dafür, das wir das so erleben durften.

Unser Dank gilt natürlich auch allen anderen, die das Analog Forum Hamburg zu diesem Erfolg verholfen haben: den Herstellern und Vertrieben die uns die Gerätschaften zur Verfügung gestellt und die Vorführungen durchgeführt haben; und natürlich auch den aktiven Vereinsmitgliedern der Hamburger Plattenbörsengruppe: Wolfgang Heise, Christian Burchardt, Arne Ostermann, Michael Reimers, Achim Schneider und Oliver Hartmann, die im Vorfeld Werbung gemacht und Informationen beschafft haben, den Stand im Foyer betreut und bei den Vorführungen aktiv mitgeholfen haben ; Andreas Zierold und Norbert Bürger, die u.a. für Schallplattennachschub gesorgt und Herrn Braun eingeladen haben; Christoph Held und Rainer Bergmann, die mit ihren Erfahrungen bei diversen Foren und Plattenbörsen helfend eingreifen konnten; Lilo Hebel, die Leute angelockt und mit ihrer lockeren Art für eine freundliche und entspannte Atmosphäre gesorgt hat (und Lakritzschnecken mitgebracht hat, denn die sind ebenfalls schwarz und rund und haben eine Rille und ein Loch in der Mitte!); und last but not least Dusan Klimo, ohne den das alles nicht stattgefunden hätte. Sollte ich jemanden vergessen haben, so sei ihm versichert, auch er hat Gutes zum Gelingen dieses sehr erfolgreichen Forums beigetragen. Allen, die ihre Freizeit und dieses Wochenende geopfert haben, sei an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt.


Zusammenfassend war es eine sehr schöne Veranstaltung, die auch vom zahlreich erschienenen Publikum ausnahmslos positiv aufgenommen wurde. Ein voller Erfolg! Was will man mehr. Freuen wir uns also auf das nächste analog forum.

Die Räume...