Analogue Audio Association

Verein zur Erhaltung und Förderung der analogen Musikaufnahme und -wiedergabe e.V.

2002

Analog-Forum Düsseldorf 2002

Messebericht von Roman Kaltenpoth und Ansgar Hecker


Das analog forum Düsseldorf im März, der Monat, in dem hier die japanischen Kirschbäume an den Straßenrändern blühen ...


Düsseldorf, tiefstes Rheinland, befindet sich nach der Schlacht bei Worringen zumindestens noch im Bierkonflikt mit Köln. Während der Düsseldorfer Altbier braut und trinkt, versucht der Kölner es mit Kölsch. Schumacher, Uerige, Füchschen, Schlüssel, Gatzweiler, Schlösser, Frankenheim, Diebels und Hannen sind einige bekannte Altsorten. Bestellt man nun als Auswärtiger Kölsch in Düsseldorfs Altstadt, wird man "aktiv" der Wirtschaft verwiesen. Ich glaube aber nicht, dass einer von den Mitwirkenden die Möglichkeit hatte, in diese Verlegenheit zu kommen, es blieb wenig Zeit.


Der Rhein fließt in Form eines Fragezeichens durch Düsseldorf hindurch. Der Grund hierfür könnte "die Rheinisch Verzäällerei" sein, eine Sprache, die sich nicht jedem direkt erschließt. Darum von hier aus erst einmal "joooten Taaach", was auch ein Herzliches Willkommen meint. Das Novotel ist sicher nicht der attraktivste, aber sicherlich der praktischste Standort für alle Anreisenden. Direkt zwischen Autobahn und Henkel, ja die mit dem Persilmann, befindet man sich etwa noch 5 km vom Stadtkern entfernt. Am Tag des analog forums war übrigens in Düsseldorf auch der "Dreck-weg-Tag", das analog forum hat dazu beigetragen.

Samstag, 16.03.2002

 

8.15 Uhr
Die Sonne erhebt sich über den Dächern von Düsseldorf. Alle Beteiligten wissen noch nicht, was auf sie zukommen wird.

9.00 Uhr
Langsam kommt Leben in die Räume des Novotels. Die Maschinen werden angeworfen oder laufen schon einmal warm. 10.00 Uhr
Die ersten Neugierigen schnuppern am AAA-Stand und durch die Räume.

11.00 Uhr
Es ist brechend voll. Am AAA-Stand dampfen nicht nur die Plattenwaschmaschinen, sondern auch alle Mitwirkenden nach kurzer Zeit. Ganze Plattensammlungen finden den Weg zum Waschen. In den Vorführungen und Vorträgen von Gernot Weiser, Wilfried Dunkel und Wally Malewicz ist so dicke Luft, dass das Verteilen von Sauerstoffgeräten fast zwingend wird. Wer denkt, dass dieses nur ein Strohfeuer ist, täuscht sich gewaltig. Erst ab 17.00 Uhr lässt der Trubel nach, und lässt alle erschöpft zu Boden sinken. Der analog völlig "ausgehungerte" Düsseldorfer hat trotz des schönen Wetters die Gelegenheit wahrgenommen, das Forum zu besuchen.

18.30 Uhr
Während einige erschöpfte Gestalten an der Bar den Flüssigkeitspegel ihres Körpers wieder auf normales Niveau bringen, findet mit ein paar Besuchern das Diskussionsforum über die Zukunft der Analogtechnik statt. Die Zukunft des analogen Tonbands sieht nicht so rosig aus, wie es wünscheswert wäre. Norbert Bürger zweilfelt daran, dass Emtec oder Maxell weiterhin analoge Bänder in jetziger Form produzieren. Aber gerade hier ist eine empfindliche Nahtstelle zur Schallplatte. Gibt es keine analogen Neuaufnahmen auf Band, werden auch keine rein analogen Schallplatten mehr möglich sein. Wer unterstützt Norbert Bürger in der Tonbandfraktion?

Es gab im Forum fast keinen Besucher unter 30, wohlgemerkt, Besucher, interessierte Besucherinnen gab es auch über 30 nicht. Frauen sowie Jugendliche waren nicht gesehen. Ob es wohl am wohlsortierten Hochpreisequipment lag, welches ausgestellt wurde? Fragen Sie als Leserin oder Leser Ihre Nachbarin oder deren Sohn, wieviel sie für den Plattenspieler ausgeben möchte. Ausserdem wurde vorgeschlagen, den Kontakt zu den Jüngeren suchen. Vielleicht gibt es beim nächsten Forum einen Raum mit Technics 1210nern im Vergleich mit seinen Nachbauten. Jedenfalls sind bekannte Firmen wie z.B. Ortofon satt am DJ-Markt vertreten.

Sonntag, 17.03.2002

 

10.00 Uhr
Der Tag beginnt, dank Gernot, mit "Also sprach Zarathustra", dafür fällt die Redaktionssitzung aus.

11.00 Uhr
Schon wieder sind sie da, die Rheinländer! Diesmal aber nicht alle auf einmal. Die AAA-Plätzchen von Lilo und Rainer finden reißenden Absatz. Was werden sich die beiden wohl beim nächsten Mal ausdenken? Analoge Käse-Weintrauben Piekser? Alle Vorführungen sind weiterhin gut besucht. Die Vorführung der Profi-Analogtechnik mit Norbert Bürger und Hans-Ludwig Dusch von der Fa. EMT ist sicherlich ein besonderer Höhepunkt. Wer hat sonst schon die Möglichkeit, eine Masterbandkopie mit der dazugehörigen Schallplatte zu vergleichen. Wer hat schon einmal einen ganzen Tisch voll Nagra Tonbandmaschinen zum Anfassen und Staunen und Ausprobieren vor sich gehabt. Ausserdem konnte man 3 verschiedene EMT Plattenspieler (930, 948, 950) vergleichen. Die Qualität ist erstaunlich! In diesem Raum alleine konnte man seine Platte rückwärts vorführen lassen, klang aber nicht besser als vorwärts. Die Quellen wurden über "The Pure Sound Selector" und aktive Geithains abgehört.


Können Sie eigentlich richtig hören? Gernot Weiser weiß, wie Sie nicht hören sollten. Ein Besuch seines Vortrags im nächsten Forum lohnt sich, da hier von einer anderen Perspektive das Thema Musik "aufgearbeitet" wird. Ich empfehle Ihnen dazu, starke Nerven mitzubringen.

Wally Malewicz, extra aus den USA nach Düsseldorf geflogen, öffnete der Analoggemeinde die Ohren über Justage des Tonabnehmers im Tonarm. Seinen in Englisch gehaltenen und fast simultan übersetzten Vortrag zog an beiden Tagen viele Leute an. Wer weiteres Interesse hat, kann sich auf seiner Internetseite umschauen. Weiterhin gab es eine Menge an Vergleichsmög-lichkeiten zwischen verschiedenen Plattenspielern: Rega, Scheu, Klangtraum, Project, Thorens, Blue Amp, Roksan, Acoustic Solid, Nottingham, SAC, Oracle, Pluto waren die Laufwerke, die mit verschiedenen Tonarm/System/Vorvorverstärker Kombinationen von Benz, Berendsen, Brocksieper, Breuer, Clearaudio, Düwel, EAR, Etalon, Heed, Klimo, Ortofon, Rega, Reson, Roksan, SME, Sumiko, Mark Levinson, van den Hul und ZYX miteinander antraten. Abgehört wurde über Anlagen von Crimson, Living Voice, Brocksieper, Opera Audio, Klimo, SAC, CD Konzertmöbel.

Vor Schreck vor soviel Analogpräsenz war die Quarzuhr im Raum Grafenberg dann auch um 10.10 Uhr stehengeblieben. Und dann kam auch noch Gernot mit seiner Mary Blige Platte... Viele Gäste waren gekommen, um gerade diesen Vergleich zwischen den Plattenspielern zu erfahren. Ebenfalls sagten auch viele dem Autor dieser Zeilen, dass ihnen das optische Erlebnis wichtig sei. Insgesamt gab es von den Besuchern eine sehr positive Rückmeldung zum analog forum. Einige wünschten sich einen noch intensiveren Vergleich der Laufwerke mit gleichen Tonarm-/ Systembestückungen. Ob das allerdings in Zukunft möglich sein wird, sei dahingestellt. 

Fazit

 

Aufgrund der Rückmeldungen und der großen Besucherzahl kann man das analog forum in Düsseldorf als Erfolg werten. Auch die Mischung aus Vorführungen und Vorträgen ist gut beim Publikum angekommen. Die Profitechnik hat sich mit ihrer Vorführung als ein unverzichtbares Standbein etabliert. Das Waschteam des AAA Standes, nein, nicht die Persilmänner, haben ganze Arbeit geleistet. Ein besonderer Dank gilt den beiden aktiven Frauen Maria Kristler und Lady Lilo, ohne die der AAA-Stand so nicht hätte funktionieren können. Christophs Plattenwaschmaschine steht der von Keith Monks in nichts nach, im Gegenteil, ein Kompliment an den Erbauer Christoph Held (wieviel hundert Platten habt ihr in 8 Stunden gewaschen?).


Wünsche für die Zukunft: Mehr Besucherinnen, mehr Angebote für jüngeres Publikum, weniger dicke Luft und Zuwachs der aktiven Vereinsmitglieder. Heinrich Heine, der berühmteste Sohn Düsseldorfs, wäre mit Euch zufrieden gewesen. In dem Sinne "Maaat et jooot", bis zum nächsten Analog Forum!

Analog-Forum Frankfurt 2002

Messebericht von Maike Schneider und Ansgar Hecker


Leute, Ihr habt was verpasst!


Es ist Sonntagnachmittag, ich bin berauscht vom Prosecco* und der Musik von Harry Belafonte mit Miriam Makeba. Man hat mir gesagt, ich soll Euch erzählen, wie es hier war. Tja, eigentlich würde ich mir lieber noch eine Weile Musik anhören - und es ist tatsächlich total egal, welcher Raum, welches Laufwerk, welche Musik. Das ist das Schöne auf diesem analog forum in Frankfurt. Die Musik, die hier zu hören ist, macht einfach Spaß- und das nicht nur, weil die Laufwerke und die angeschlossene Elektronik ausserordentlich gut mit den Lautsprechern zusammenspielen, sondern weil alle Ketten richtig viel Musik machen. Manchmal denke ich, okay, bei genau diesem Lied mag der eine oder andere Plattenspieler vielleicht eine Idee "besser" klingen, aber schon beim nächsten Stück kann das ganz anders sein. Und ich kann mich überhaupt nicht entscheiden, was denn nun DER Plattenspieler für mich ist - ich mag einfach nur Musik hören...


Aber wahrscheinlich interessiert Euch weniger, was mir so gefallen hat (ich sag es trotzdem: alles!!), Ihr seid daran interessiert, was und wer da war. Übrigens, selbst schuld, wer nicht hier war und alles im Original gehört hat. Eines zum Schluss: es ist fabelhaft, wie alle miteinander hier zusammenarbeiten. Wir AAAler können stolz sein, was wir hier leisten, die Aussteller darauf, was Sie uns zeigen und wir alle, dass dieses analog forum vom ersten Moment an harmonisch einem der schönsten Momente des Lebens nachgeht: Musik zu genießen

* Anmerkung des Webmasters:
Maike schnorrt ihren Prosecco exklusiv bei Clearaudio, wohingegen sich der Webmaster am vorzüglichen Rotwein von CD Konzertmöbel labt. Ihr seht also, wie einfach es doch ist, hier zusätzliche Nennungen des Firmennamens zu bekommen. ;-) Ich trinke übrigens auch sehr gerne Sekt, trocken und flaschenvergohren. ;-)

Die Räume...