Analogue Audio Association

Verein zur Erhaltung und Förderung der analogen Musikaufnahme und -wiedergabe e.V.

2001

Analog-Forum Mannheim 2001

Impressionen von Gernot Weiser und Ansgar Hecker

Sonntag Abend. Zwei Tage analog forum liegen hinter uns. Man kann sagen: zwei erfolgreiche Tage, gut besucht, mit gutem Publikum, guten Vorführungen. Analog ist gefragt, nach wie vor. Ein gutes Ambiente im Novotel, gute Räumlichkeiten - es hat gestimmt.

 

Doch der Reihe nach:
Eclectic Audio hatte zwei Basis-Laufwerke mitgebracht, dazu einen getunten Rega RB 600, den Graham Model 2 - der 2.2 ist zur Zeit leider noch nicht verfügbar - sowie den Tonarm von Frank Schröder, den wir schon im Bericht über die High End 2000 vorgestellt haben. Dazu Elektronik von Klyne Audio und Greenwall sowie die Köchel-Hörner. Eine schöne Anlage, wenn man das nötige Kleingeld hat. Aber es geht ja auch darum zu zeigen, was möglich ist.

Ebenfalls in preislich höhere Gefilde wurde man bei Acoustic Solid / opera audio geführt: Acoustic-Solid-Laufwerk mit 12-Zoll-Ortofontonarm, SPU Gold und Übertrager T-3000, Röhrenelektronik - der Vollverstärker J 500, bestückt mit 300 B - von Consonance und die Audiovector Symphony, ein hochempfindlicher Hornlautsprecher mit AER-Treibern.


Das Interesse an beiden Anlagen war groß - ein Anhören lohnte allemal.

Doch auch für Einsteiger mit schmalerem Geldbeutel gab es was zu sehen - und zu hören! Sowohl bei Schappach Audio Mannheim als auch bei Voigt Audiosysteme / Audio Note UK bewegten sich die gezeigten Anlagen um einen Komplettpreis von etwa 12.000 DM: viel Musik für's Geld!


So etwa war die ansprechende kleine Zero-Serie von Audio Note UK mit dem silberfarbenen Laufwerk AN TT1 - optisch passend zur Elektronik. Wem es dennoch nicht gefällt, der kann es auch in schwarz haben.

Oder die gut zusammengestellte Kette bei SAM: Der Music Hall MMF-5, für 1.380 DM komplett der günstigste Plattenspieler auf dem analog forum - für den Preis fast verboten gut - feierte eine meines Erachtens gelungene Deutschland-Premiere. Gegenüber dem US-Modell gibt es noch einige Verbesserungen in der Entkoppelung der beiden Grundplatten und des Tonarms. Nicht minder ansprechend waren die Lautsprecher von Living Voice, mit 94 dB Wirkungsgrad alles andere als Leistungsfresser.

Vervollständigt wurden die beiden Tage durch das Rahmenprogramm mit den Workshops "Wie hört man richtig Musik?" und "Platter Schall" (von einem gewissen Gernot Weiser ;-))

Der Rückblick: Es war ein Erfolg! Die Fortsetzung wird bereits ins Auge gefasst ...

Analog-Forum Stuttgart 2001

Der Plattenspielervergleich -
von Gernot Weiser und Ansgar Hecker

Freitag, 13 Uhr
Die Vorbereitungen beginnen, zwei Tage mit viel Musik und vielen Plattenspielern stehen vor der Tür. Vor mir liegen eineinhalb Stunden Autofahrt nach Stuttgart. Es ist ein schöner, sonniger Oktobertag, den man gerne auch anders verbringen könnte, besonders wenn man noch Urlaub hat. Aber was tut man nicht alles im Dienste der analogen Musikwiedergabe.

Freitag, gegen 18 Uhr
Der Aufbau im Novotel Stuttgart Nord beginnt. Schön, den anderen beim Arbeiten zuzusehen. Der Abend wird lange werden ...

Samstagmorgen
Das Forum beginnt. Es wird bis zum Sonntagabend dauern. Und es wird eine erfolgreiche Veranstaltung sein. Die Räumlichkeiten im Novotel sind ideal: im Eingangsbereich ein AAA-Infostand, drei große Räume für die Anlagen.


Raum "Zuffenhausen" (Laufwerkskombinationen bis 3000,-DM). Die Plattenspieler: Pro-Jects neuer RPM 9 mit Tonarm mit Carbonrohr und Sumiko Blue Point Special, Rega P3/2000 mit Elys, Eos und Heed-Vorstufe, der Scheu mit 12-Zoll-Einpunkttonnarm an einem Creek-Vollverstärker und Epos-Lautsprechern zeigen, dass gute analoge Musikwiedergabe nicht unerschwinglich sein muss.

Raum "Neuwirtshaus" (Laufwerkskombinationen bis 10000,-DM). Die "Mittelklasse": Clearaudio trat hier mit dem kleinen Champion an, mit Tonarm OEM 250 und dem Alpha-Tonabnehmer. Acoustic Solid zeigte den Solid Edition mit Ortofon-Tonarm 309i und einem SPU Royal sowie Ortofon-Übertrager. Der Roksan Xerxes 10 mit Artemiz und Shiraz an der Phonovorstufe DX2 Artaxerxes wurde von Entwickler Touraj Mogghaddam aus England selbst gezeigt. Willi Bauer aus München hatte seinen dps mitgebracht, ausgestattet mit Tonarm Incognito 500c und Tonabnehmer Dynavector Karat 17D2. Elektronik und Lautsprecher kamen hier von Greenwall.

Raum "Feuerbach"(Laufwerkskombinationen über 10000,-DM). Die "Großen": Basis Debut mit Tonarm Schröder Nr. 1 und Miyabi-TA, Audio Note TT3 Reference mit Arm 1s/Vx und TA IO Iiv, Pluto 10A mit Tonarm 2A und Abtaster Van den Hul Colibri, Simon Yorke S7 mit dem belgischen Abtaster Jan Allaerts MC 1 Mk2. Dazu Elektronik von Tessendorf und A Capellas Lautsprecher Harlekin silver edition.

In allen Räumen zeigten die kompetenten Vorführungen der AAAler an den jeweiligen Anlagen deutlich die Eigenschaften der einzelnen Plattenspieler und selbstverständlich ebenso die Unterschiede zwischen den Laufwerken. Genau dies war der Zweck der Veranstaltung: Chrakteristika aufzuzeigen, damit sich die Hörer dann entsprechend ihren Erwartungen und Vorstellungen ihre Meinung bilden konnten. Oft war es nicht die Frage des "besser" oder "schlechter", sondern des Gefallens. So fand jedes Laufwerk seine Befürworter und Freunde - und der Zuspruch an diesem Tag war sehr gut.

Für die musikalische Abwechslung sorgten die Vorträge von Winfried Dunkel (Hörerlebnis) und vom Autor dieser Zeilen. Winfried Dunkel informierte über die Musik Südamerikas, ein mit viel Engagement vorgetragenes Plädoyer für eine bei uns zu wenig bekannte Musik. Die Musikbeispiele lieferte er über seine kleine Nagra-Tonbandmaschine in der erwarteten hohen klanglichen Qualität.

"Wie hört man richtig Musik?" - mit dieser Frage mussten sich die Zuhörer bei mir auseinandersetzen, auf eine zuweilen humorvolle Weise mit Bemerkungen der Musiksoziologie zum Thema, garniert mit passenden Musikbeispielen.

Höhepunkt des ersten Tages war die Demonstration des Tacet-Tonmeisters Andreas Spreer, der anhand seiner beiden Tube-only-produzierten LPs den Vergleich Masterband - Schallplatte ermöglichte und sich anschließend den Fragen des interessierten Publikums stellte.

Den Abschluss des Tages bildete eine Podiumsdiskussion über "Die Zukunft der analogen Musikwiedergabe". Zumindest für die nähere Zukunft zeigten sich alle Beteiligten angesichts wieder stark anziehender Zahlen beim Absatz von LPs eher optimistisch. Und das Herz schlägt analog, auch bei denen, die als Vollsortimenter auch CD- und DVD-Player anbieten.

Fest steht bereits: Dieses analog forum wird eine Fortsetzung finden. Sobald die Einzelheiten feststehen, werden Sie selbstverständlich darüber informiert.

Analog lebt. Vinyl lives.